Vortrag über Reizdarm

Friedberg. Der Förderverein des Krankenhauses Friedberg konnte mit der Themenwahl der jüngsten Informationsveranstaltung für Patienten und Interessierte wieder viele Wissbegierige anlocken.

In der voll besetzten Cafeteria des Krankenhauses referierten Dr. Albert Bauer, Dr. Norbert Gumpel und die Ernährungsberaterin Margareta Waletzko über ein sehr häufiges Problem: den Reizmagen und den Reizdarm. Viele Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen von quälenden Beschwerden wie Bauchschmerzen, Völlegefühl, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung. Meistens sind diese Symptome zwar nicht gefährlich, beeinträchtigen aber massiv die Lebensqualität.

Die Spezialisten zeigten auf, dass zunächst mit verschiedenen Untersuchungen natürlich andere schwere Erkrankungen wie Krebs oder Geschwüre ausgeschlossen werden müssen. Dann erst kann die Diagnose einer funktionellen Magen-Darm-Erkrankung, zu denen der Reizmagen und der Reizdarm gehören, gestellt werden, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind.

Als wahrscheinliche Ursache der funktionellen Störungen gilt derzeit eine Fehlfunktion eines Nervensystems im Magen-Darm-Trakt, des „Bauchhirns“, wie Bauer es nannte. Dieses regelt normalerweise unbemerkt die Verdauungsvorgänge. Ist dieses Nervensystem in der Wahrnehmung überempfindlich oder koordiniert es die Beweglichkeit des Darmes nicht richtig, kommt es zu den genannten Störungen.

Starke Beschwerden, aber keine Symptome

Für viele Patienten sei es problematisch, dass sie starke Beschwerden haben, der Arzt aber nichts Sichtbares findet, so Gumpel. Die Behandlung setze eine gute Arzt-Patienten-Beziehung voraus. Es werden hierbei neben den klassischen schulmedizinischen Medikamenten häufig pflanzliche Produkte eingesetzt. Auch Entspannungsübungen und im Einzelfall Psychotherapie kommen zur Anwendung, um die Anspannungen des Bauchhirns zu lösen.

Wie die Ernährungsberaterin Waletzko ausführte, ist es wichtig, individuell auszutesten, welche Speisen und Getränke vom einzelnen Betroffenen vertragen werden, am besten mithilfe eines Essenstagebuches. Die Verträglichkeit fördert auch sehr die Umstellung der Essensgewohnheiten: Essen in angenehmer, stressfreier Atmosphäre und gründliches Kauen.

Letzteres konnte nach den Vorträgen von den Zuhörern gleich bei den Kanapees, die der Förderverein bereitgestellt hatte, praktisch umgesetzt werden. (FA)

(Quelle: Augsburger Allgemeine, Bericht vom 03.11.2010)

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